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Mittwoch, 4. Dezember 2019

Jul / Weihnachten & Traditionen: Anfang Dezember...

Lussekatter, schwedische Gebäck, traditionell zum Lucia Fest am 13.12.


Ihr Lieben, schön, dass mein letzter Post so gut ankam und ihr euch genauso wie ich über die Fotos im Nebel gefreut habt! Mir ist aufgefallen, dass ich wieder richtig Lust daran habe euch einfach auf kleine "Fotoausflüge" mitzunehmen. So ganz aktiv raus zu gehen, zu erleben, meinen Ausgleich zu finden vom Alltag und dann meine Erfahrungen irgendwo zu teilen. Wir alle sollten wieder mehr raus gehen - nicht in Kaufhäuser oder das nächste Café, sondern in den Wald, an den See, auch bei Regen, bei Nebel, bei Schnee. Die Natur kann so viel und es ist so schade, dass wir das nicht mehr sehen...

Nein, ich schließe mich da gar nicht immer aus. Ich habe viel zu viele Stunden damit verbracht mich zuhause einzusperren. Mit dem Gefühl "ich brauch ne Pause!" und einem schmerzenden Kopf von zu viel Netflix. DAS ist einfach keine Pause, keine Entspannung, sondern Entertainment und das haben wir eigentlich schon den ganzen Tag über... 

Ich hab´s mir also sowieso schon zur Aufgabe gemacht meine Heimat wieder mehr zu erkunden und Lieblingsorte zu finden ohne jedes Mal das Gefühl zu haben ich müsste in den Urlaub, um "mal was anderes zu sehen". Ich hasse diese Phrase, die ich selbst zig Male benutzt habe, die letzten Jahre. "Was anderes sehen" kann man nämlich auch hier zuhause, in unserer Natur, an unseren Seen und Weihern, weil es jedes Mal anders ist - und, weil wir nicht mehr hinsehen. Wir sehen gar nicht mehr wie schön alles sein kann, weil wir es gewöhnt sind und zu gestresst, um uns mal Zeit dafür zu nehmen. Ich bin nicht gegen das Entdecken anderer Länder und Orte, aber manchmal sollte man vielleicht mal beim Offensichtlichen anfangen! Denn, nur wer sein Zuhause kennt, kann auch woanders Glücksorte finden!

Weihnachtsamaryllis in Apricot 

Jetzt zur Weihnachtszeit habe ich mir das auf meine Wunschliste geschrieben - ein 2020 voller Ausflüge zuhause. Dass ich meine Freitagsausflüge an dem Tag oder einem anderen der Woche weiter wahrnehmen kann und daran noch mehr wachse! Ein Wunsch, den ich vor allem an mich selbst und an das Schicksal stelle...

Aber genug der ernsten Worte! Die erste Dezemberwoche war bereits jetzt voll von tollen Erlebnissen, die ich gerne mit euch teilen möchte, um euch vielleicht ein bisschen in Stimmung zu versetzen. Ich weiß, manchmal ist das nicht so leicht, außer, man ist die Art Mensch, die "Weihnachtszeit" sowieso nur mit Glühweinbesäufnissen verbindet. Für mich ist es die schönste Zeit des Jahres und ich lüge nicht wenn ich sage, dass ich meist mit einem Lächeln aufwache und mich wie ein kleines Kind auf mein Adventskalendertürchen freue! Schon vor dem 01. Dezember, vergangenen Sonntag, habe ich einige Dinge auf meine ToDo-Liste gepackt, die ich gerne machen möchte, bis der Advent offiziell beginnt...
Und tatsächlich durfte ich davon schon eine ganze Menge abarbeiten - Sogar den ersten Schneefall des Winters! Schwedische Lussekatter habe ich gebacken, die mir nur leider etwas zu klein und zu hart geraten sind. Traditionell gibt´s die in Schweden zum Luciafest am 13.12., dem Lichterfest der Heiligen Lucia. Schöne Tradition, die ich mir jetzt gerne mal klaue...


Als nächstes gibt´s Plätzchen mit Mandelmus, die sich super lecker anhörten und die ich jetzt fest geplant habe, für die kommenden Tage - an dieser Stelle ein großes Dankeschön an Dr Goerg für die Inspiration dazu und die Zusammenarbeit an diesem Artikel. 
Und den Wald habe ich natürlich auch besucht vergangene Woche. Momentan hat das alles so einen kleinen Wandel inne. Vom Herbst zum Winter, der jetzt immer mehr durchschaut, durch Blätter und Zweige. In unserem Wald ist es jetzt fast kahl. Man kann durch die Bäume hindurch blicken und fühlt sich ja fast schon beobachtet beim Wandern. Das ist einfach ganz neu, nach all dem Blätterspuk der vergangenen Wochen und momentan fühle ich mich darin ein wenig "nackt". Und ich glaube das ist der Charme des Winters - die Härte, die Stärke mit der alles auf einmal ganz anders ist. Und wenn der Schnee kommt, dann verwandelt sich alles in eine magische Zauberwelt. Nur bis es so weit ist, umgibt uns der Nebel und das Graue, bis wir es satt sind...


Hier bin ich auf einen kleinen Bach gestoßen, der sich durch das Blätterwerk schlängelte, wie eine kleine Schlange. Das war so etwas Beruhigendes. Natürlich und einfach irgendwie leise. Ein schwaches Plätschern, sonst nichts. Ein paar Farne, die dem braunen Boden noch Farbe geben, die letzten Herbstblätter an den Zweigen. Und dahinter eine Welt, die im Nebel zu liegen scheint. Die Ungewissheit des Winters....

Und ich saß lange so da, mitten vor einem großen mit Moos bewachsenen Baum. Das klingt verrückt, aber es gibt einem so viel! Einfach mal hinsetzen und lauschen. Da huscht eine kleine Maus durch die Äste, hier schreit ein Vogel. Weit entfernt höre ich laute Geräusche, die mich aber einfach nicht betreffen müssen. Weil ich HIER bin, gerade. Weil ich mir einfach meine Ruhe gönne und erleben möchte wo ich herkomme. Wo ich aufgewachsen bin, wo meine Wurzeln liegen. Sie verlaufen neben denen dieses Baumes, der hier wohl schon einige Jahrzehnte stand. Und das ist irgendwie ein schöner Gedanke...


Montag ist der erste Schnee dieses Winters gefallen. Ich hatte einen freien Morgen, an dem ich eine Menge für die Klausur am Mittwoch lernen sollte, und bin recht früh aufgestanden. Und ich traute meinen eigenen Augen kaum als ich die ersten leichten Flocken sah. Ich war gleich so unfassbar freudig und aufgeregt - das ist jedes Jahr das "erste Schnee Phänomen", das ich so liebe! Ich bin dann einfach noch ein 10-jähriges Mädchen, das sich von Herzen freut und ich liebe es, dass ich auch mit 25 dazu noch fähig bin! Der Schnee blieb nicht, wurde aber immer mehr und die Dächer waren sogar kurz ganz weiß. Bis es dann wärmer wurde und der ganze Zauber nach einer guten halben Stunde wieder vorbei war. Ein tolles Foto vom Fenster aus durfte ich trotzdem machen und diesen wunderbaren Dezember Moment für mich festhalten!...

der erste Schneefall am 02.12.

Der 1. Advent brachte für uns auch den ersten Weihnachtsmarkt des Jahres und der ist einer meiner liebsten - klein und fein, zwischen Fachwerkhäusern und mit kleinen, ausgewählten Händlern. Highlight war die Jurte aus Finnland, mit warmem Feuer innen drin und wunderschönen selbstgemachten Filzprodukten. Ich wollte unbedingt meine liebsten beiden Waldtiere an unserem Weihnachtsbaum hängen haben - habe ein graues Eichhörnchen gefunden das bereits hängt und seine kleine Nuss in den Fingern hält. Den Fuchs habe ich einfach nirgends finden können, aber in diesem Zelt auf dem Weihnachtsmarkt, da war er! Der perfekte kleine Fuchs. Und den bekomme ich im Adventskalender. Hach, diese Weihnachtszeit, Zeit der Wünsche, die in Erfüllung gehen...

mein kleines Eichhörnchen bekommt bald rotfellige Gesellschaft am Weihnachtsbaum...

Und dann hat uns der Nebel Mitte der Woche getroffen und irgendwie voll aus der Bahn geworfen. Ich hatte so einen Tag, an dem ich völlig überfordert war mit meiner Lernerei und am liebsten alles hingeschmissen hätte. Und dann bin ich einfach wieder raus an die Luft, Sauerstoff tanken, mich mal wieder sammeln. Und das wirkt einfach wahre Wunder! Und einmal in diesem Nebel drin, hat er mich nicht wieder losgelassen, mich mit einer Energie durchströmt und mit nassen krausen Haaren wieder ausgespuckt. Ich hab mir den Frust von der Seele gelaufen, so viele neue Eindrücke gefunden, mich einfach wiedergefunden zwischen den Nebelschwaden...


Ich wünsche euch eine weihnachtliche Restwoche! Geht raus, lauft euch aus, bekommt den Kopf frei und lasst die anderen reden...


 



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