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Montag, 1. April 2019

Entdeckerin: Der Caminito del Rey - wir waren auf dem gefährlichsten Wanderweg!

"El Caminito del Rey" - Ich habe euch ja bereits im Málaga Reisebericht erzählt, dass wir den gefährlichsten Wanderweg Europas gelaufen sind. Und ja, das war ein Abenteuer, sag ich euch! Wir hatten die Tickets vorher online gebucht, denn die sind super begrenzt und wenn ihr einfach hin fahrt und vor Ort welche kaufen wollt, werdet ihr enttäuscht sein - es gibt sie momentan nur vorab und online und Achtung, sie verkaufen sich super schnell aus! Also unbedingt früh genug schauen und planen! Und nochmal Achtung: Bei schlechtem Wetter behält sich der Veranstalter vor den Weg zu schließen. Ist auch gut so, das werdet ihr später noch erfahren! Ein Ticket (ohne Führung, das heißt ohne Guide, der euch was dazu erzählt, dafür aber auch wesentlich selbst bestimmter!) kostet 10,00€. Fand ich total okay, denn das ist ja schon eine besondere Aktivität und etwas was man mal gesehen haben sollte! 

So haben wir uns dann Freitag Morgen auf den Weg zum Mietwagenverleih gemacht, denn vorab solltet ihr klären, wie ihr zum Caminito kommt. Das ist nicht ganz so leicht, was ich bei so einer großen Attraktion für Touristen wirklich nicht ganz verstehen kann. Von Málaga Zentrum fährt kein Linienbus dorthin, ihr müsst also am besten eine Tour vor Ort buchen.  

Züge fahren, aber von unserem Bahnhof auch nur zweimal am Tag (um 10 Uhr und um 16 Uhr). Ihr fahrt dann bis zum Bahnhof El Chorro (Álora) und landet am südlichen Ausgang des Wanderweges. Der Caminito del Rey ist nämlich kein Rundwanderweg und ihr solltet darauf achten am nördlich gelegenen Eingang anzukommen, weil man euch nur dort hinein lässt. 

 

Weil uns das alles zu heikel war, haben wir ebenfalls vorab einen Mietwagen gebucht. - den wir vor Ort nicht bekamen. Man nannte uns keinen Grund, wies und unfreundlich ab, obwohl der Freund meiner Schwester Spanier ist und sich dementsprechend verständigen konnte. Das war dann ein etwas holpriger Start, der uns einen kleinen Dämpfer verpasste, denn wir brauchten so schnell wie möglich einen Plan B....



...Den fanden wir zum Glück bei einem anderen Mietwagenanbieter. Und innerhalb von 15 Minuten war alles klar und wir konnten starten. Gott sei Dank! Sichtlich gereizt waren wir von diesem ganzen Schlamassel, den man ja im Urlaub eigentlich nicht gerne hat. Aber was soll´s, kühlen Kopf bewahren und neue Lösung suchen! Mit dem Navi haben wir den nördlichen Eingang des Caminito del Rey angepeilt. Von Málaga Zentrum dauert die Fahrt mit dem Auto ca 50 Minuten. Die ging durch wunderschöne Landschaft, denn Málaga ist ziemlich grün und bergig, das war mir gar nicht bewusst. Am Rande der Hügel stehen überall riesige Orangen- und Zitronenbäume, und zwar extrem viele. Das war wirklich unheimlich schön und je näher wir an das Gebirge heran fuhren, desto gewaltiger wurde die Landschaft. Wer also Team Meer ist, aber nicht auf Berge verzichten will, oder, wer da ganz einfach unsicher ist, was er lieber mag, der sollte hier her kommen! Hier gibt´s beides!

 

Der Caminito del Rey liegt an einem wunderschönen Stausee, an dem entlang man dann noch ein ganzes Stück fährt. Wahnsinnig eindrucksvoll! Parken ist nicht ganz so leicht, weil fast alle Besucher dann doch mit dem Auto anreisen, weil´s am einfachsten ist. Es gibt aber einige Möglichkeiten und wer früh genug da ist, bekommt kein Problem. Angekommen, entscheidet ihr euch einen von zwei Wegen zum Eingang des Caminito - ca 50 Minuten Fußmarsch durch einen schönen Wald oder knappe 20 Minuten durch einen Tunnel und das Naturschutzgebiet. Ich denke fast alle wählten Option Nummer 2, denn der Weg an sich ist ja schon recht lang. Und dann, ja dann wurde es spannender, als gedacht...



Dieser besagte Tunnel, durch den wir marschieren mussten, war ein Abenteuer für sich. Ich habe leider kein Foto machen können, weil ich damit beschäftigt war nicht zu fallen. Man läuft durch einen Tunnel, der komplett dunkel ist - man sieht nur das Licht am Ende und plötzlich macht dieser Satz für mich auch Sinn, denn das war schon die einzige Hoffnung, die ich noch hatte... - und der ist wirklich extrem schmal und die Decken sind sehr niedrig. Wer Platzangst hat, vermeidet das besser. Der Boden lag voller Geröll und Steine und ich hatte echt Angst, dass ich falle oder die Decke einstürzt, denn ein Notausgang war da natürlich auch keiner. Rustikal, sagen wir mal. Rustikal. 

 

Und ja, ich gebe zu, ein wenig Panik hatte ich schon. Dann war´s das aber. Das schlimmste für mich war geschafft! Danach tretet ihr dann raus in die Sonne, ins Paradies. In eine wunderschöne grüne Landschaft, schaut über tiefe Abhänge in den blauen Himmel. Wow. Einfach nur wow!

 

Danach ist es dann noch ein kleiner Fußmarsch und man kommt an den Eingang, an dem ihr eure Tickets vorzeigen müsst, in eure Gruppen eingeteilt werdet und eure Helme bekommt. Die müsste ihr auf dem gesamten Weg auf lassen - ja, ich weiß, nicht besonders schön, aber sinnvoll. Jederzeit kann Geröll abrutschen und nach dem ersten Teil des Weges wisst ihr warum das echt wichtig ist. Weiße Helme sind ungeführte Gruppen, bunte haben einen Guide. So erkennt ihr auf dem Weg, ob sich Gruppen vermischen oder wo ihr gerade seid. Am Eingang startet ihr mit knapp 30-40 Personen pro Gruppe. Das fand ich am ersten richtigen Aussichtspunkt etwas nervig, weil die Wege schmal sind und man sich ständig in die Quere kommt, denn dauernd läuft man jemandem durch´s Bild. Nach den ersten 500 Metern war das dann aber okay, verlief sich, die einen waren schneller und die anderen eben langsamer.



Der Caminito del Rey ist jetzt knapp 5km lang. Der offizielle Weg beläuft sich auf 3,5km und dann geht es nochmal 1,5km bis zum nächsten Busstopp und dem Ende des Fußweges. Das ist jetzt nicht so super lang, absolut machbar auch, wenn man kein Supersportler ist. Was ihr sein müsst? Schwindelfrei, nicht durstig oder hungrig (Verpflegung solltet ihr unbedingt mitnehmen, die gibt´s auf dem gesamten Weg nicht!) und ihr solltet auch keine Knieprobleme haben. Hatte ich nämlich leider an dem Tag und das war echt unangenehm. 

 

Die Wege verändern sich auf den 5 Kilometern. Ihr beginnt auf einem steinigen Pfad, dann geht es immer wieder auf Holzlatten, die als Brücke dienen. Ab und an geht es bergauf oder -ab. Und am Ende kommt nochmal ein besonderes Highlight!

 

Auch die Landschaft verändert sich stetig und es gibt immer was zu entdecken; Der gesamte Weg wird nie langweilig - Zu Beginn seht ihr viel Wasser. Ihr kommt zuerst an eine riesige Schleuse, die den Fluss in einen Wasserfall verwandelt. Riesige Wassermassen fallen die Hänge hinab und bilden tolle Regenbogen. Das ist sofort sehr beeindruckend und dann wird der Fluss ruhiger und ihr seht ihn in weiter Ferne fließen. Hier geht die Landschaft in viel Grün über. Wälder, die sich an die Hänge der Berge anschmiegen und eine richtige Idylle schaffen. Durch diese Wälder wandert ihr ein Stück, seht vielleicht eine Ziege oder ein Eichhörnchen. Und macht im Schatten Rast. Vielleicht an einem der kleinen Bäche, die von den Bergen kommen...



...dann folgt ein felsiger, sehr atemberaubender Teil des Weges. Hier könnt ihr viele alte Streckenabschnitte erkennen. Der Caminito del Rey war nämlich einst, Anfang 1900 ein Handelsweg durch die Berge und der gefährlichste Wanderweg Europas. Auf Youtube gibt es noch viele Videos zum alten Pfad, auf dem man fast ungesichert - lediglich durch Festhalten an einem Drahtseil - an den Klippen entlang lief. Schaut´s euch mal an, mir war etwas übel...

Im Jahr 2014 hat man den Wanderweg offiziell neu eröffnet, nachdem er durch viele Todesfälle mehrere Jahre als verboten und viel zu gefährlich galt. In der Zwischenzeit nutzen viele Kletterer den Weg als Mutprobe - was leider nicht immer gut ausging und der Weg wurde daher offiziell lange von der spanischen Regierung verboten und zerstört. 


 

Der letzte Streckenabschnitt des Caminito del Rey ist geprägt von hohe Felsen, steilen Klippen und einer ziemlich Höhe. Aber, das ist mit Abstand der beeindruckendste Teil, der am meisten Spannung mit sich bringt. Ein Blick in den Himmel lohnt sich hier - wir haben den Kondor am Himmel kreisen sehen, der im Naturschutzgebiet vorkommt. Das war schon sehr imposant! 

Und dann schlängelt sich der letzte Weg um einen Felsen herum und ihr betretet die freie Hängebrücke, auf der ihr zwar wirklich sicher seid, die aber doch etwas gefährlich wirkt. Schwindelfrei solltet ihr sein - ich habe es auch aber auch mit ein wenig Höhenangst easy geschafft - Überwindung ist hier alles! 

 

Es ist sehr windig im letzten Streckenabschnitt, vor allem auf der Brücke, die dann auch schonmal ganz schön schaukeln kann! Aber, es ist so ein cooles Gefühl darüber zu laufen, über die tiefe Schlucht! Dann geht es noch einmal ab- und wieder aufwärts, diesmal ganz eng an der Felswand entlang und auf dem bisher schmalsten Weg. Und dann habt ihr den Weg auch schon geschafft - ein super Erlebnis!



Ich kann euch den Ausflug zum Caminito del Rey nur empfehlen! Es ist sehr schön und eindrucksvoll, mit toller Natur und ein bisschen Canyon-Feeling. Lasst euch drauf ein und überwindet euch! 

Bei Fragen, schreibt mir gerne einen Kommentar und lasst mich wissen was ihr zu den Bildern sagt - würdet ihr euch trauen?

 

 

 


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Kommentare

AnnaBanana hat gesagt…

Liebe Alena,

Wieder mal so tolle Arbeit und ein so schöner Post! Die Bilde rmachen mich neidisch, ich würde da am liebsten sofort eine Tour hin machen... Ich schreibe das wohl mal auf meine Reiseliste und wünsche dir einen schönen Urlaub weiterhin und tolle Tage in Málaga!

Mach weiter so schöne Beiträge ;)

Lg Anna

Laura hat gesagt…

Soooo schöne Bilder!! Ich liebe den Filter :D

Ich wünsche dir eine schöne Woche!♥

Laura | MINDFULLOFBLOSSOM

Alena Köhler hat gesagt…

Daaanke liebe Laura ❤️ Den liebe ich auch, haha, der hat sich so ergeben beim bearbeiten, jetzt nutze ich den nur noch 😁☀️

Dir ebenfalls eine tolle Woche!!

Alena Köhler hat gesagt…

❤️✨

MeetMiri hat gesagt…

Wow das sieht wirklich nach einem tollen Erlebnis aus! Toll, dass ihr das mit dem Mietwagen auch noch hin bekommen habt!

Alles Liebe, Miri
www.meetmiri.com

Alena Köhler hat gesagt…

Liebe Miri, ich danke dir! ☀️
Ja, das war eine knappe Geschichte, aber hat dann doch alles noch super geklappt!

Sarah hat gesagt…

Wow! Das sieht echt toll aus! Das steht auch schon seit einer Weile auf meiner Bucket Liste!
Liebe Grüße
Sarah

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