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Samstag, 25. März 2017

LLP Column: Bodyshaming


Bodyshaming - Heute soll es um meine Erfahrungen mit diesem Thema gehen, einige, die sogar erst vor ein paar Wochen stattfanden und ich möchte mit euch diskutieren, wie "gesund" unsere Gesellschaft im Bezug auf gutes Aussehen ist! Meine Meinung dazu gibt´s nach dem Sprung...


" You don´t encourage people to take care of their body by telling them to hate it."

" Girls don´t just simply decide to hate their bodies, we teach them to!"

"No, I don´t wear a size 0. But that´s only because I have the body of a woman , not the body of a twelve year old." 

"To me, beauty is about being comfortable in your own skin. It´s about knowing and accepting who you are."



Schönheit war schon immer ein Thema - und es wird vermutlich auch immer eins bleiben, denn die Makeup- und Schönheitsindustrie ist nicht umsonst so riesig. Ich persönlich hatte in meinen Teeniejahren nie das beste Bild von mir selbst und ich schätze ich hätte viel selbstbewusster sein dürfen, war es aber nie. Bodyshaming ist ein Begriff, den wir so mit 13 / 14 das erste Mal kennen lernen. Vielleicht sind unsere Mitschülerinnen schon weiter als wir, oder eben noch nicht so weit wie wir. Vielleicht hat die eine oder andere schon einen Freund und wir wollen auch schon weiblicher aussehen, eine kleinere Nase und weniger Pickel haben. Und wenn wir mal ehrlich sind, dann fängt es da an und hört nie wieder auf!
Wir setzen uns bewusst jeden Tag der Meinung von anderen aus. Wie oft ertappe ich mich dabei dieses Paar Schuhe nicht zu tragen oder doch lieber Jeans statt dem kurzen Kleid anzuziehen, weil ich ja doch irgendwie Angst vor schiefen Blicken habe. Das fängt mit solchen Kleinigkeiten an, macht uns unsicher und dann hören wir auf die Dinge zu tun, die wir eigentlich gerne getan hätten. Für mich als Modebloggerin ist das schon ein Thema, denn privat trage ich vielleicht nicht immer ausgefallene Roben, fancy Schuhe oder das verspielteste Accessoire. Ich glaube das liegt auch an der Gegend, in der ich wohne und oft ziehe ich zu viele Blicke auf mich, weil ich mich was traue, das sich nicht jeder trauen würde! Und ich finde es schade, dass das nicht mehr Menschen tun, denn dann kann uns keiner mehr verurteilen. 
Aber abgesehen von der Kleidung, die man trägt, der Frisur, die man hat, der schiefen Nase oder den großen Ohren, ist es vor allem das Gewicht, die Figur, die uns zum Angriffspunkt macht!

Erst vor ein paar Wochen habe ich selbst meine Erfahrungen mit dem Thema gemacht und auch von vielen Freundinnen und anderen Bloggerinnen erfahren müssen, dass man gerade als Frau doch immer noch sehr auf seine Kleidergröße reduziert wird! 

Ich gebe zu, ich hatte eine Phase in der ich knapp 10 Kilo weniger wog und in Kleidergröße 34 passte. Das war so mit 17/18 und wenn ich Fotos davon sehe, dann erkenne ich mich nicht wieder! Damals ging es mir gesundheitlich und psychisch überhaupt nicht gut und ich schätze ich habe mich unbewusst herunter gehungert, sodass ich schon von Bekannten auf eine mögliche Magersucht angesprochen wurde. Damals habe ich für mich beschlossen, dass dieses super skinny nicht zu mir passt und dass ich so nie wieder aussehen will! 
Es gibt durchaus Frauen, denen steht die 34 und die fühlen sich wohl darin und rocken auch Skinny Größen! Und dann finde ich das in Ordnung. Ich passe nur in 34 wenn ich krank bin und das ist definitiv kein Dauerzustand!
Jetzt, 5/6 Jahre später bin ich tatsächlich realtiv zufrieden mit meiner Figur, halte mein Gewicht seit einigen Jahren und tue zugegebenermaßen nicht das meiste dafür. Aber ich kann sagen, dass ich mich angezogen wohl in meiner Haut fühle! 
Nackt ist das ganze natürlich nochmal etwas anderes. Ich behaupte, dass nur die Hälfte derer, die von sich sagen, dass sie zufrieden mit ihrem Körper sind, sich auch in Bikini oder Badehose zeigen würden. Hier habe auch ich so meine Problemzonen, die sicher jede von uns hat, aber das Problem ist, dass in dem Moment wo ich ins Schwimmbad will, nur braun gebrannte athletische Frauen mit Bauchnabelpiercing im Wasser schweben! Und warum ist das so? Weil ich doch meine Komplexe habe! Weil Einbildung eben doch eine Bildung ist!

Bodyshaming entsteht nämlich vor allem, weil wir uns mit anderen vergleichen! Und weil wir andere mit uns vergleichen und dann abwägen...


Als ich vor ein paar Wochen zu einem Fitting für ein Shooting ging, war ich recht positiv gestimmt und habe mich gefreut auf dieses neue Projekt. Und ich hätte es auch nach all dem was ich mir an dem Tag anhören musste gerne gemacht, musste es aber leider durch meine heftige Grippe absagen. Jedenfalls ging es darum in verschiedenen Geschäften Outfits anzuprobieren, die für ein Magazin fotografiert werden sollten. Ich hatte vorher meine Größe mitgeteilt - ich schwanke zwischen 36 und 38 - und freute mich auf die schönen Modestücke. Als ich die Kabine mit der ersten Jeans in 34 betrat fand ich es noch ganz witzig, dass ich nicht hinein kam und schob es auf den Schnitt und das falsche Urteil der Verkäuferinnen. Die meinten das jedoch ganz ernst und versuchten mich fortwährend in offensichtlich viel zu kleine Teile zu stecken, die ich dann jedes Mal in ein bis zwei Nummern größer tauschen musste. Und ihr glaubt nicht, wie frustrierend das Gefühl ist nicht in die Vorgaben zu passen!
Obwohl ich ja meine Größe vorher mitgeteil hatte, musste ich mir den halben Tag anhören, dass es schon schön gewesen wäre wenn ich etwas zierlicher und schlanker wäre, wenn meine Beine etwas länger wären und ich nicht so blass wäre, damit alles nicht so kränklich an mir rüber kommt. 
Und heute weiß ich, ich hätte danke sagen und gehen sollen! 

Ich war an diesem Tag so geknickt, weil es das erste Mal war, dass ich so richtig bewertet, wie eine Kleiderstange gemustert und kommentiert wurde. Und ich finde es furchtbar, dass das für viele Mädels da draußen zum Alltag gehört. Warum tut ihr euch das an?!
Es tat weh, dass plötzlich nicht nur ich selbst Makel und Problemzonen an mir fand, sondern auch andere Frauen ganz offen über mich urteilten und das teilweise in einem rauen, unfreundlich genervten Ton als wäre ich kein Mensch, sondern eine sprechende Fleischwurst. Denn genauso habe ich mich gefühlt - gepresst in eine Hülle, die hätte größer sein müssen. Und man bewertet sich plötzlich selbst so negativ, fühlt sich so unwohl und das eine kommt zum anderen. Und ich empfand diesen ganzen Zirkus als so fruchtbar unfair, weil ich finde, dass Frau nicht in eine 34 passen muss um schön zu sein. Dass ich mit einer 38 nicht zu dick bin für diese Welt und mich erst recht nicht als pummelig hinstellen lassen muss! Das so ganz hautnah am eigenen Körper zu spüren war heftig! Und es war schmerzhaft, vor allem für mein viel zu kleines Ego.

#Bodyshaming so das erste Mal ganz intensiv.











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Kommentare

  1. Liebe Alena,
    dein Beitrag hat mich richtig traurig gemacht, und niemand hat dir hier einen aufmunternden Kommentar geschrieben. )-; Ich finde du siehst klasse aus und ich finde außerdem, dass wir uns von solchen Leuten keine negativen Gedanken einflüstern lassen sollten. Ich kenne ganz viele Männer, die das typische Model wie es aussehen sollte, überhaupt nicht attraktiv finden. Und selbst ich sehe manchmal Models in Zeitschriften oder Katalogen wo ich frage, was an denen schön sein soll. Ich finde das wichtigste ist und bleibt das Gesicht und die Ausstrahlung, die dort rüberkommt. Schönheit hat überhaupt nichts mit äußeren Formen und Maßen zu tun. Liebe Grüße von Caro!

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    1. danke liebe Caro!!! Ich sehe das genauso - leider ist das nicht immer und überall so. Und ich finde das muss sich ändern!

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